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Das humane Mikrobiom

Als die Forschung begann, das menschliche Genom zu entschlüsseln, erwartete man auf Grund der komplexen Erscheinung des menschlichen Körpers weit über hunderttausend verschiedene menschliche Gene zu finden. Nach Abschluss des Projekts stellte man fest, dass sich die Zahl der Gene im menschlichen Organismus auf nur rund 20 000 belief, nur unwesentlich mehr, als beim Genom einer Maus. Was steckt dahinter? 

Die Antwort war nicht erwartet. Man fand heraus, dass die meisten Zellen, die in einem menschlichen Organismus vorkommen, keine menschlichen, sondern mikrobiolle Zellen, d.h. Zellen von Mikroorganismen sind. Das bedeutet, dass wir nur zu 10% aus "Mensch" bestehen. Die anderen 90% Körperzellen sind fremde Lebensformen. Es sind Mikroben und die meisten davon leben in unserem Dickdarm. Dieses sogenannte zweite Genom nennt man auch das Mikrobiom.

Viele dieser Bakterien sind mit einer stark verbesserten Gesundheit verknüpft. Am bekanntesten sind beispielsweise Bifido- und Milchsäurebakterien. Diese bilden eine kurzkettige Fettsäure, das Butyrat. Butyrat ist der Energielieferant für die Epithelzellen, die unseren Darm auskleiden. Dieser  Vorgang ist  existenziell für unsere Darmgesundheit.

Präbiotika als wichtiges Futter für die "Guten"

Jedoch können die Probiotika (positive oder gute Darmbakterien) nur dann Butyrat produzieren, wenn sie die richtigen Nährstoffe erhalten. Diese existentiellen Ballaststoffe findet man in Früchten, Gemüsen, Hülsenfrüchten und Vollkorn. Man nennt sie auch Präbiotika oder Ballaststoffe. Wenn Präbiotika oder Ballaststoffe eingenommen werden, vermehren sich die probiotischen Bakterien und der Butyrat-Gehalt steigt - die Darmgesundheit wird verbessert.

Wenn unsere Nahrung nicht genügend ballaststoffhaltig ist, sinkt die Butyrat-Produktion und die Epithelzellen der Darmschleimhaut verlieren ihre Funktion. In der Folge werden die Darmwände durchlässiger und schädliche Stoffe, wie Mikroben oder Giftstoffe können ins Blut gelangen. Dieser Vorgang löst chronische Entzündungen aus.

Bakterien werden allgemein in Gram-positive oder Gram-negative Sorten, je nach Art ihrer Zellwände, eingeteilt. Die meisten probiotischen Spezies sind grampositiv. Sinkt deren Zahl, werden sie durch gramnegative Bakterien ersetzt. Diese produzieren pro-entzündliche Lipopolysaccharide, die sowohl lokal im Darm, wie auch überall im Körper Schäden anrichten können (z.B. degenerative Erkrankungen, bis hin zu Krebs).

Fehlende Polyphenole in bearbeiteten Nahrungsmitteln und Junk-Food

Pflanzliche Stoffe (Polyphenole) haben zusätzlich eine anti-entzündliche Wirkung in unserem Körper. Diese fehlen in der heutzutage üblichen industriellen Nahrung oder im Junk-Food. Wiederum produziert Junk-Food-Nahrung vermehrt LPS (Lipopolysaccharide), die sich krankheitsfördernd auswirken. Tierversuche ergaben, dass eine Junkfood-Kost mit viel Fett zu einem erhöhten Vorkommen von Darm-Durchlässigkeit, LPS, Entzündungen und Insulin-Resistenzen führt (Diabetes Typ 2).

Auch Stress kann sich negativ auf die mikrobielle Bevölkerung im Darm auswirken (Mikrobiom-Darm-Hirn-Achse). Umgekehrt haben bestimmte Stämme probiotischer Bakterien positive Auswirkungen auf unsere Gehirn und können Ängste und Depressionen  positiv beeinflussen. 

Interessant ist auch die Tatsache, dass eine wichtige Bakterienart, der Lactobacillus reuteri, eine anti-entzündliche Wirkung besitzt. Er liefert, wie viele andere Milchsäurebakterien dem Menschen beispielsweise das Vitamin D. Bekannt ist auch, dass das bekannte Bifidobacterium bifidum den Helicobacter pylori unter Kontrolle halten kann. 

Fodmap-Diät für Reizdarm-Erkrankte

Viele an Reizdarm erkrankte Menschen vertragen oft nicht so gut Präbiotika (Ballaststoffe) und reagieren mit einer Verstärkung ihrer Symptome darauf. In solchen Fällen empfiehlt sich, mit der sogenannten Fodmap-Diät einzusteigen, in der durch Einsatz von Polyphenolen die bestehende Kolonisation des Darmes durch Reinigung verändert wird. Im Anschluss können dann nach und nach gezielte Präbiotika zum Einsatz kommen.

Präbiotika

Die wichtigsten Präbiotika, die auch als Ballaststoffe bekannt sind und die durch Fermentierung im Dickdarm die gesund erhaltenden Butyrate/Buttersäuren herstellen, sind:

  • FOS - Fructooligosaccharide (enthalten in: Getreide, Zwiebeln, Bananen, Knoblauch, Lauch, Chicorée)
  • Inulin (enthalten in: Yacon, Tobinambur, Chicorée, Artischocken, Löwenzahn, Schwarzwurzeln, Pastinaken) 
  • Beta-Glucane (enthalten in den Zellwänden von Getreide, Hefen, Pilzen
  • resistente Stärken RS - sie werden im Enddarm fermentiert

Quellenverzeichnis

Nachfolgend finden Sie ein paar interessante aktuelle Artikel zu diesem Thema:

Scinexx.de: Glyphosat schädigt Darmflora von Bienen

Ärztezeitung: Mikrobiom: Butyrat-bildende Darmbakterien identifiziert

Naturheilpraxis: "Eine gestresste Darmflora ist ein wesentlicher Krebsauslöser"

Butyrat - Power für unseren Darm

Scinexx: Die Macht der Mikroben

Buchempfehlung: Was die Seele essen will - Die Mood-Cure

Buchempfehlung: Out of the fire (Paul Clayton)

Glossar:

FOS = Fructooligosaccharide sind durch den menschlichen Dünndarm unverdaulich, werden durch die Darmflora im aufssteigenden Dickdarm fermentiert, als Ballaststoffe klassifiziert und wirken präbiotisch (fördern das Wachstum von nützlichen Darm Mikroorganismen).

β-Glucane/Beta-Glucane = natürliche Bestandteile der Zellwände von Bakterien, Pilzen, Hefen und Getreidesorten wie Hafer und Gerste. Betaglucane werden im absteigenden Dickdarm fermentiert.

Inulin = Ballaststoffe, aus Tobinambur, Chicorée, Artischocke, Löwenzahn, Schwarzwurzel, er wird im querverlaufenden Dickdarm fermentiert.

Fodmap-Diät = Besondere Ernährungsform für an Reizdarm erkrankte Menschen. Eine Liste mit dem Fodmap-Gehalt von Nahrungsmitteln können Sie sich hier ausdrucken:  Fodmap-Liste

Renate Krause
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